Kaum jemand kennt sie noch — und doch tragen sie eine tiefe Weisheit in sich.
Die Sperrnächte beginnen am Andreastag, dem 30. November, und dauern bis zum Thomastag, dem 21. Dezember. Sie sind die Schwelle vor den Rauhnächten — eine Zeit des Abschieds, der inneren Einkehr und des bewussten Abschlusses.
Der Name sagt es bereits: sperren. Abschließen. Beenden.
In alten Zeiten wurden in dieser Zeit landwirtschaftliche Arbeiten niedergelegt. Man zog sich ins Haus zurück. Türen und Fenster wurden symbolisch geschlossen — nicht nur gegen die Kälte, sondern auch gegen das, was in den dunklen Nächten umherstreifte. Denn die Sperrnächte galten als eine Zeit, in der dunkle Kräfte besonders aktiv sind.
BRÄUCHE UND RITUALE:
Räuchern und Reinigen gehörten in dieser Zeit dazu — Haus und Stall wurden ausgeräuchert, um Schutz zu schaffen und das Alte zu klären. Jede Nacht steht symbolisch für einen Monat des vergangenen Jahres. Eine wunderbare Einladung, inne zu halten: Was war? Was darf gehen? Was möchtest du nicht mit ins neue Jahr nehmen?
Schreibe es auf — alles, was du loslassen möchtest. Und übergib es zur Wintersonnenwende am 21. Dezember einem der vier Elemente. Feuer, Wasser, Erde oder Luft — lass es ziehen.
VERBINDUNG ZU DEN RAUHNÄCHTEN:
Die Sperrnächte führen direkt in die Rauhnächte hinein. Während die Sperrnächte den Abschluss markieren, stehen die Rauhnächte für den Neubeginn. Beide zusammen bilden einen kraftvollen Übergangsraum — zwischen dem, was war, und dem, was kommen darf. 🌿